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Zentralkomitee deutscher Katholiken will Homopaare kirchlich segnen

Ab morgen dürfen schwule und lesbische Paare in Deutschland heiraten – gleichberechtigt, auf dem Standesamt. Viele evangelische Landeskirchen haben ihre Traugottesdienste mittlerweile auch für Homopaare geöffnet: Beim Berliner CSD fuhr die Kirche dieses Jahr sogar mit einem eigenen Truck mit. Die katholische Kirche ist längst noch nicht so weit.

Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) allerdings befürwortet immerhin eine kirchliche Segnung homosexueller Paare. „Wir brauchen ein Signal der kirchlichen Wertschätzung für gleichgeschlechtliche Paare”, sagte ZdK-Präsident Thomas Sternberg der Passauer Neuen Presse vom Samstag. Derzeit hätten die Bischöfe keine Leitlinie für die Segnung solcher Liebesbeziehungen. Das ZdK, das wichtigste Gremium der organisierten katholischen Laien in Deutschland, wünsche sich aber, dies zu ermöglichen.

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Katholische Kirche: nicht mit Eheschließung zwischen Mann und Frau verwechseln!

Eine Gleichstellung von homosexuellen mit heterosexuellen Paaren ist das nicht: Ein Segen für sich liebende Menschen dürfe nicht mit einer Eheschließung zwischen Mann und Frau verwechselt werden. „Nach katholischem Verständnis ist die Eheschließung ein Sakrament und findet vor dem Priester in der Kirche statt, nicht auf dem Standesamt.”

katholische kirche
Verhinderte Gottesdienst für schwules Paar: Bischof Dr. Felix Genn (Foto: Bistum Essen)

Aktuelles Beispiel für die Rückwärtsgewandtheit der katholischen Kirche: Eigentlich wollte der Weseler Pfarrer Stefan Sühling an diesem Samstag einen Wortgottesdienst für den Emmericher Bürgermeister Peter Hinze (SPD) und seinen Partner Hubertus Pooth halten. Doch der Münsteraner Bischof Felix Genn hat das untersagt.

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Absage eines Gottesdienstes

Pfarrer Sühling hatte den Gottesdienstes damit begründet, dass er sich dem Wunsch von Menschen nicht verweigern wolle, die sich Gott verbunden sehen. Bistumssprecher Stephan Kronenburg teilte jedoch mit, dass sich Bischof Genn dazu gezwungen gesehen habe, den Wortgottesdienst abzusagen. Es sei in der Öffentlichkeit der Eindruck entstanden, dass in der Kirche eine homosexuelle Hochzeit gefeiert werde. In Münster habe es diverse kritische Anrufe gegeben. Das Bistum wollte darum betonen, dass es einen Unterschied zwischen dem Sakrament der Ehe und einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft gebe. Die katholischen Bischöfe lehnen Trauungen und Segnungen gleichgeschlechtlicher Lebenspartner nach wie vor ab.

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