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Verhaftung 42 angeblich homosexueller Männer in Nigeria

In Lagos, der grössten Stadt Nigerias, stürmte die Polizei am vergangenen Wochenende ein Hotel und verhaftete 42 angeblich homosexuelle Männer. Laut punchng.com bestätigte ein Polizeisprecher gegenüber den Medien, dass die Männer während «entsprechender Aktivitäten» erwischt worden seien und nun vor Gericht gebracht wurden. Es ist nicht auszuschliessen, dass die Polizei von ortsansässigen Zeugen einen Tipp erhielt, dass das Hotel als häufiger Treffpunkt für schwule Männer genutzt wird.

Mit Petition gegen die Verhaftung
Gemäss der LGBT-Bewegung ALL OUT handelte es sich bei der Zusammenkunft der Männer allerdings um einen Community-Anlass zur HIV-Prävention. In Zusammenarbeit mit zwei weiteren Organisationen lancierte ALL OUT eine Petition gegen die Verhaftung. «Wir müssen der nigerianischen Regierung zeigen, dass die Welt hinschaut», schreibt ALL OUT. Hier kann man die Petition unterschreiben.

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Harte Strafen für Homosexualität in Nigeria
Laut queer.de können in Nigeria nebst homosexuellen Geschlechtsverkehr auch gleichgeschlechtliches Küssen, die Teilnahme an einer gleichgeschlechtlichen Hochzeit und die Arbeit für LGBT-Organisationen bestraft werden. Seit der britischen Kolonialzeit besteht der «Unzuchts»-Paragraf, in dem die oben genannten Handlungen mit bis zu 14 Jahren Haft bestraft werden können. In verschiedenen muslimisch dominierten Regionen des Landes müssen die Angeklagten sogar mit Peitschenhieben oder gar der Todesstrafe rechnen.

Sven Lehmann

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Verhandelbar, verklagt, verboten