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Tschetschenien: Schon im Januar schwule Männer exekutiert

Schon im Dezember 2016 sollen tschetschenische Sicherheitsbeamte während einer Razzia mehrere Personen verhaftet haben. Auslöser dafür sei gemäss der International Business Times der Mord an einem Polizisten gewesen. In der Nacht auf den 26. Januar 2017 sind angeblich 27 der Verhafteten in der tschetschenischen Hauptstadt Grosny exekutiert worden. Dies berichtete die russische unabhängige Novaya Gazeta am 9. Juli – es ist dieselbe Zeitung, die im April erstmals die systematische Verfolgung schwuler und bisexueller Männer in Tschetschenien kommunizierte. Weder die Verhaftung noch der Tod der Opfer seien offiziell festgehalten worden.

«Gemäss unseren Informationen sind die Verhafteten in jener Nacht erschossen worden. In mehreren Friedhöfen, darunter auch christlichen, wurden sie in übereilig geschaufelten Gräbern begraben», steht in der Novaya Gazeta geschrieben.

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In ihrer Berichterstattung vom 9. Juli beruft sich die Zeitung auf zwei anonyme Quellen, eine von ihnen aus dem Innenministerium. Diese soll der Zeitung die Namen der Opfer beschafft haben. Den Journalisten zufolge konnte keines der Opfer ausfindig gemacht werden.

«Alle, die wir über diese Personen befragten, begegneten uns mit einer unglaublichen Angst», heisst es im Bericht der Novaya Gazeta.

«Soweit wir wissen, sind die Informationen in der Novaya Gazeta korrekt», sagte ein Sprecher des «Russian LGBT Network» gegenüber der International Business Times. «Was die sexuelle Orientierung angeht, wissen wir, dass homosexuelle Personen auf dieser Liste stehen, aber nicht alle.»

Erst letzte Woche informierte die LGBT-Bürgerrechtsbewegung Allout.org über die angebliche Wiederaufnahme der Verhaftungen und berief sich dabei auf das «Russian LGBT Network». Die Organisation hatte eine Hotline für Betroffene eingerichtet, um sie bei der Flucht aus Tschetschenien zu unterstützen.

— UPDATE 11.07.17 19:49 Uhr —

Gemäss einer Mitteilung von Russian LGBT Network sind keine der 27 exekutierten Personen homosexuell. Die in unserem Artikel zitierte Aussage der International Business Times ist somit falsch.

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