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Matt Bomer spielt Transfrau im Film «Anything»


Gestern erschien auf Youtube ein erster kleiner Ausschnitt des neuen Films «Anything». Zu Bomers Hauptrolle als Transfrau und Sexarbeiterin Freda von Rhenberg äusserten sich viele Menschen, wobei vor allem aus der Trans-Community wenig begeisterte Stimmen erklangen. Kritisiert wird, dass erneut ein Cis-Mann die Rolle einer Transfrau spielt Cisgender bedeutet, dass die Geschlechtsidentität der Person dem Geschlecht entspricht, das bei der Geburt zugewiesen wurde. Transgender ist demgegenüber der Überbegriff für Personen, die sich nicht mit dem Geschlecht identifizieren, das ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde.

So etwa kommentierte Schauspielerin und Transfrau Jen Richards auf den Twitter-Post von Trans Hollywood: «Ich sprach für diese Rolle vor. Ich sagte ihnen, sie sollten keinen Cis-Mann eine Transfrau spielen lassen. Aber ihnen war das egal.»

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Schauspieler und «Anything»-Produzent Mark Ruffalo, der auch im Film «The Normal Heart» mit Matt Bomer zusammenarbeitete, meldete sich bezüglich der Kritik via Twitter zu Wort: «Nach unserer tiefgründigen Zusammenarbeit während «The Normal Heart» habe ich Matt für die Rolle vorgeschlagen (…) An die Trans-Community: Ich höre euch. Es zerreisst mich, euch in diesem Schmerz zu sehen. Ich bin froh, dass wir gemeinsam darüber reden können. Es wird Zeit».

Es ist nicht das erste Mal, dass Kritik gegen Cismenschen in Trans-Rollen geäussert wird. Bereits als Schauspieler und Sänger Jared Leto den Part einer Transfrau im AIDS-Drama «Dallas Buyers Club» übernahm, meldete sich die Trans-Community mahnend zu Wort. Auch Michelle Rodriguez’ Rolle im Thriller «The Assignment» sorgte für Furore – Rodriguez spielte einen Auftragskiller, der zur Frau zwangsoperiert wurde. Sehr verletzend wurde der «Witz» über Transmenschen in «Zoolander 2» empfunden.

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[perfectpullquote align="full" cite="" link="" color="" class="" size=""]«Ich und Bomer arbeiteten sehr hart, um den Charakter authentisch und ehrlich zu verkörpern. Ich bin sichtlich gerührt von Matts Offenheit und seinem Einsatz, Freda so überzeugend wie möglich spielen zu wollen.»[/perfectpullquote]

[/perfectpullquote] positive Meldungen, wie etwa der Kommentar von Transfrau Kylene K. Steele, die auch bei der Produktion mitgewirkt hat: «Ich und Bomer arbeiteten sehr hart, um den Charakter authentisch und ehrlich zu verkörpern. Ich bin sichtlich gerührt von Matts Offenheit und seinem Einsatz, Freda so überzeugend wie möglich spielen zu wollen.»

Gemäss deadline.com erzählt «Anything» die Liebesgeschichte zwischen der Transfrau und Prostituierten Freda (Matt Bomer) und dem Wittwer Early (Lynch). Der Film wird kommenden Samstag im Arclight Cinema in Santa Monica (USA) seine Weltpremiere feiern. Wann der Streifen in Europa ausgestrahlt wird ist nicht bekannt.

«Anything»

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