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Homophober Zwischenfall bei United Airlines

Es ist erst knapp sechs Wochen her, dass die US-Fluggesellschaft United Airlines einen Passagier gewaltsam aus der Kabine entfernen ließ, weil das Flugzeug überbucht war. Sicherheitsleute zerrten ihn am Boden liegend aus der Maschine, ein Handyvideo des Vorfalls verbreitete sich in den Sozialen Medien. Der Vorstandsvorsitzende von United, Oscar Munoz, entschuldigte sich danach für den Vorfall. Nun hat Munoz offenbar erneut Anlass, Abbitte zu leisten.

Henry Amador-Batten aus Durham, North Carolina, wollte vor drei Tagen mit seinem Sohn nach Hause fliegen, nachdem sie die letzten zwei Wochen in Puerto Rico verbracht haben. Dort hatten sie Henrys kranken Vater gepflegt, der schließlich verstarb. Sein Sohn, den Henry mit seinem Ehemann Joel adoptiert hat, schlief an Bord neben ihm. Plötzlich wurde der Vater von einem Flugbegleiter beschuldigt, dass seine Hand zu nahe „an den Genitalien des Kindes“ läge. Sie wurden daraufhin aus dem Flugzeug geführt und von der Polizei befragt. „Wie einen Kriminellen“ habe man ihn behandelt, so Henry Amador-Batten. Wie der Vater auf Anfrage der Mannschaft angibt, habe der Flugbegleiter ihn nicht angesprochen, um die Situation zu klären, sondern direkt die Polizei geholt. Eine Stunde lang wurden Vater und Sohn am Flughafen festgehalten.

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„Ich habe später einen Anruf von United bekommen, in dem mir ein Mitarbeiter sagte, dass sie den Vorfall noch untersuchen.“ Die Familie hat einen Anwalt eingeschaltet. Eine Anfrage der Mannschaft beantwortete die Airline mit den Worten:

„Unsere Kunden sollten immer mit dem größtmöglichen Respekt behandelt werden. Wir haben uns mit dem Kunden direkt in Verbindung gesetzt und uns für den Vorfall entschuldigt. Wir prüfen den Fall außerdem intern, um besser zu verstehen, was passiert ist.“

[perfectpullquote align="full" cite="" link="" color="" class="" size=""] Der United-Mitarbeiter hat ernste Anschuldigungen auf Basis von Null Beweisen erhoben.   [/perfectpullquote]

[/perfectpullquote]er als Autor und Blogger arbeitet und das Portal DADsquared betreibt, das Schwule berät, die Väter sind oder werden wollen, spricht von einer „ernsten Anschuldigung“. Diese habe der United-Mitarbeiter „auf Basis von Null Beweisen“ erhoben, was besonders für queere Familien gefährlich sei: Er und sein Ehemann sind Pflegeeltern eines zweiten Sohnes, den sie adoptieren wollen. Das Verfahren läuft bereits, und die Eltern fürchten, es könnte durch den indirekten Vorwurf von pädophilem Verhalten gefährdet sein.

Homophobie
Foto: Facebook

Henrys Mann Joel hat den Vorfall mit den Hashtags #homophobiaunitedairlines und #dividedbyunited über die Sozialen Netzwerke öffentlich gemacht. Ihre Freunde teilen seither die Geschichte und betonen in ihren Kommentaren, was für liebevolle Eltern die Männer sind, die nichts tun würden, was ihren Kindern schadet.

Wegen eines homophoben Vorfalls war die Airline vor sechs Jahren schon einmal in der Kritik. Damals beschuldigte ein schwules Paar am Flughafen von Denver, von einem United-Manager als „Schwuchteln“ beschimpft worden zu sein.

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