in

Kauder kommt nicht zum Kaffee

Volker Kauder hat bisher auf die Einladung von Jungpolitiker Matthias Laage nicht reagiert. Dieser hatte vor sechs Wochen den Unions-Fraktionsvorsitzenden samt Gattin zu sich nach Hause eingeladen, damit dieser den Haushalt eines gleichgeschlechtlichen Paares kennen lernen könne.

[perfectpullquote align="full" cite="" link="" color="" class="" size=""]Da frage ich mich schon, wie wichtig ihm queere Menschen sind.[/perfectpullquote]
[/perfectpullquote]t 2016 Mitglied im Vorstand des Grünen-Kreisverbandes Passau-Stadt, ist enttäuscht: „Mich hätte wirklich interessiert, warum die Union immer noch verhindern möchte, dass mein Freund und ich heiraten. Volker Kauder ist gar nicht auf die Einladung eingegangen, es gab also auch keine Absage. Das ist schon enttäuschend und da frage ich mich schon, wie wichtig ihm queere Menschen sind.“
Maria Kalin, Sprecherin des Grünen-Kreisverbandes Passau-Stadt, setzt dennoch weiter auf den Bundestag: „Die Grünen werden so lange nicht lockerlassen, bis Millionen betroffene Menschen in Deutschland endlich heiraten dürfen. Deshalb begrüßen wir es sehr, dass die Grünen-Fraktion jetzt vor das Bundesverfassungsgericht zieht. Anders ist der Blockadehaltung von Union und SPD leider nicht mehr beizukommen.“

Werbung

Trotzdem: Nachahmung empfohlen

Auch Matthias Laage will nicht aufhören und hofft auf Nachahmer: „Ich würde mich freuen, wenn möglichst viele Leute ihre lokalen Bundestagsabgeordneten auf das Thema ansprechen und sie vielleicht zu sich einladen. Die Initiative „Ehe für Alle“ hat dafür sogar einen eigenen Messenger auf ihrer Webseite. So einfach war es eigentlich noch nie.“

„Ich frage Sie: Was stört Sie an unserem Zusammenleben so sehr, dass Sie uns nicht heiraten lassen wollen?“, hatte Laage in seinem Brief geschrieben. „Stellen Sie sich das Zusammenleben zweier Frauen oder zwei Männer als Liebespaar als etwas vollkommen anderes vor als bei einem nicht gleichgeschlechtlichen Liebespaar? Sie und Ihre Frau konnten heiraten. Für Sie gab es kein rechtliches Hindernis. Warum geben Sie uns das Gefühl, nicht „normal“ zu sein? Anders zu sein als ein Paar, wie Sie und Ihre Frau es sind?“

Werbung

[perfectpullquote align=[perfectpullquote align="full" cite="" link="" color="" class="" size=""]n Worten und Blicken von anderen Menschen und muss mich jedes Mal, wenn ich mit meinem Freund Hand in Hand gehen möchte, fragen, ob wir das an diesem Ort gefahrlos machen können.[/perfectpullquote]

Und weiter:
„Ic[/perfectpullquote]her, ob Sie sich vorstellen können, wie es ist, in Deutschland als homosexueller Mensch aufzuwachsen und zu leben. Von Anfang an wissen Sie, dass Sie zwar vielleicht irgendwann eine Partnerin oder einen Partner finden, diese Person aber nie heiraten können. Und dass das anders wäre, wenn Sie heterosexuell wären. Wissen Sie, man muss sich als homosexueller Mensch an viele Einschränkungen gewöhnen. Ich werde in meiner Partnerschaft nie auf natürlichem Weg leibliche Kinder bekommen können. Ich lebe mit verletzenden Worten und Blicken von anderen Menschen und muss mich jedes Mal, wenn ich mit meinem Freund Hand in Hand gehen möchte, fragen, ob wir das an diesem Ort gefahrlos machen können. Und ich lebe damit, dass mir das Recht zu heiraten nicht zugestanden wird, während ich die Hochzeiten von Freunden und Verwandten besuche.“

Litauen nimmt schwule Tschetschenen auf

Berlin: Wieder homophobe Gewalt