in

Emmanuel Macron wird französischer Präsident

Der zukünftige Präsident Frankreichs heißt Emmanuel Macron. Bei dem mit Spannung erwarteten 2. Wahlgang bekam er heute Hochrechnungen zufolge die klare Mehrheit von 65 % der abgegeben Stimmen. Insgesamt waren insgesamt 47 Millionen wahlberechtigt. Zur Wahl gingen weniger als 75 %. Zudem wurden 4,2 Millionen ungültige Stimmzettel abgegeben.

Der parteilose Ex-Wirtschaftsminister ist ein überzeugter Europäer und ein Verfechter der Ehe für alle. Allerdings hatte er sich vor der Wahl gegenüber dem Nachrichtenmagazin L’Obs kritisch dazu geäußert, wie das Gesetz unter Noch-Präsident Hollande zustande gekommen war. Es sei ein „grundlegender Fehler“ der Regierung gewesen, mit dem Gesetzentwurf „Teile des Landes“ zu ignorieren – diese habe man damit „gedemütigt“.[perfectpullquote align="full" cite="" link="" color="" class="" size=""]   Hinter ihm steht eine sehr wohlhabende Gay-Lobby. Das sagt alles. [/perfectpullquote]
[/perfectpullquote]Gerüchte aufgetaucht, der 39-Jährige führe mit seiner Frau eine Scheinehe und sei in Wahrheit homosexuell. Die Behauptung, die seit einem Jahr kursiert, war Anfang Februar auf der prorussischen Propagandaseite Sputnik aufgegriffen worden und verbreitete sich daraufhin in der ganzen Welt. Der konservative französische Abgeordnete Nicolas Dhuicq hatte in dem Interview zu Macron erklärt: „Hinter ihm steht eine sehr wohlhabende Gay-Lobby. Das sagt alles.“

Werbung

Die Rechtspopulistin Marine Le Pen (Front National) landete mit etwa 35 % deutlich hinter ihm. Sie hatte im Wahlkampf angekündigt, die Eheöffnung für homosexuelle Paare zurückzunehmen, wenn sie Präsidentin würde. Auch das Recht auf künstliche Befruchtung für lesbische Paare lehnt sie ab.

Viele Schwule wählen rechts

Der schwulen Datingplattform Hornet zufolge, die ihre User nach dem ersten Wahlgang zu ihren Präferenzen befragten, wollte trotz der homophoben Positionen des Front National jeder 2. Schwule im Alter bis 29 Jahre Le Pen wählen. Laut einer Cevipof-Umfrage wählte bereits 2015 bei den Regionalwahlen jeder dritte verheiratete Schwule den Front National – mehr als etwa die verheirateten Hetero-Männer (30,2 Prozent). Möglicherweise vertrauen die schwulen Wähler, die heute dem Front National ihre Stimme gegeben haben, darauf, dass ihr Vize Philippot nicht zulassen werde, dass die Vorsitzende ihre Drohungen wahrmacht. Florian Philippot ist selber schwul.

Werbung

Macron hatte Ende April die erste Wahlrunde mit 24 Prozent der Stimmen gewonnen. Le Pen zog mit 21,3 Prozent als zweite in die Stichwahl ein. Zum ersten Mal in der Geschichte von Frankreichs Fünfter Republik waren damit die etablierten Parteien, Konservative und Sozialisten, nicht in die Stichwahl eingezogen.

Tom Daley hat geheiratet

Neue Staffel «Will & Grace» kommt im Herbst