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Zum ersten Mal: Film mit schwuler Thematik erhält Oscar für Besten Film

«La La Land» war der grosse Abräumer an den Oscars 2017, die in der Nacht auf heute in Los Angeles verliehen wurden. Zur Auszeichnung des Besten Films, die traditionsgemäss am Ende der Veranstaltung über die Bühne geht, geschah jedoch ein peinlicher Fehler.

Warren Beatty, der zusammen mit Faye Dunaway aus Anlass des fünfzigjährigen Jubiläums des Films «Bonnie & Clyde» die Bühne betrat, prüfte den Inhalt des Umschlags zweimal und zögerte bei der Ansage.  Das Publikum dachte wohl, die Schauspielkoryphäe sei am Scherzen und lachte. Schliesslich überreichte Beatty den Umschlag Dunaway, die «La La Land» als Gewinner des Besten Films ankündigte.

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Erst nachdem das ganze Produktionsteam von «La La Land» unter tosendem Applaus die Bühne betreten hatte und die Dankesrede der Produzenten im vollen Gange war, schaffte es ein Mitglied der Produktionsleitung, die vermeintlichen Gewinner zu benachrichtigen.

Danach korrigierte Jordan Horowitz, Filmproduzent von «La La Land», den Fehler gleich selbst. «Wir haben verloren», sagte er. «Der Gewinner ist Moonlight. Das ist kein Witz.»

Ein Raunen ging durch die Menge, gefolgt von einem zuerst zögerlichen, danach kräftigen Applaus für «Moonlight».

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Warren Beatty erläuterte dem Publikum seinen Fehler: «In meinem Umschlag stand ‹Emma Stone, La La Land›. Deswegen blickte ich zuerst auf Faye, dann auf euch. Ich wollte nicht witzig sein.» (Emma Stone wurde zuvor als Beste Schauspielerin ausgezeichnet.)

«Nicht in meinen kühnsten Träumen hätte ich das erwartet», sagte Barry Jenkings, Regisseur von «Moonlight», nachdem er und der Cast die Bühne betreten hatten. «Aber zum Teufel mit Träumen, denn das hier ist wahr.

«Moonlight» spielt in einer rauen Gegend von Miami. Als Drogendealer Juan nimmt Mahershala Ali den schwulen Jugendlichen Chiron unter seine Fittiche, der wegen seiner Andersartigkeit fortlaufend gemobbt wird.

Es ist das erste Mal, dass ein Film mit prominenter schwuler Thematik einen Oscar für Besten Film erhält. «Brokeback Mountain» war an der Oscar-Verleihung 2006 als Bester Film nominiert, verlor aber gegen «L.A. Crash». «Brokeback Mountain» erhielt aber immerhin ein goldenes Männchen für Beste Regie, Bestes adaptiertes Drehbuch und für Beste Filmmusik.

Hier das Video der Dankesrede der vermeintlichen Gewinner von «La La Land» und die darauffolgende Ehrung von «Moonlight».

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