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Das ABC des Eurovision 2014

(dpa/gzy) – Der Eurovision Song Contest von A bis Z:

A wie Asbaek (Bild:  Michael Søndergaard/DR)
A wie Asbaek (Bild: Michael Søndergaard/DR)
ASBAEK, PILOU: Der diesjährige ESC-Moderator ist ein Shooting Star der dänischen TV-Industrie. Einge von uns kennen den 32-Jährigen vielleicht als dämonischen Politikberater Kasper Juul in der Serie «Borgen» auf dem Sender arte. Bemerkenswert ist Asbæks Rolle im Gefängnisdrama «R» (2009). Er war beim Dreh der einzige Schauspieler zwischen Häftlingen und Wärtern.

BARFUSS: Nackte Füsse sind Markenzeichen von Vorjahressiegerin Emmelie de Forest, die 2013 für Dänemark siegte. Auch Schwedin Loreen gewann 2012 unten ohne. Grande Dame der Barfuss-Sängerinnen ist Sandie Shaw, die 1967 siegte. Der Legende nach fand sie mit Schuhgrösse 42 nichts Showtaugliches. Andere sagen, es war nur ein erotischer PR-Gag.

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C wie (verpasster) Charthit. (Bild: SRF/Merly Knörle)
C wie (verpasster) Charthit: Sebalter (Bild: SRF/Merly Knörle)
CHARTHITS: Viele Wettbewerbslieder landen zumindest in den Hitparaden ihrer Heimatländer auf den vorderen Plätzen. Doch einige Songs schaffen es auch international in die Charts, allen voran «Waterloo», mit dem Abba 1974 den Sieg holte und eine Weltkarriere startete. Unser Repräsentant Sebalter schaffte es mit seinem Song «Hunter Of Stars» leider nur auf Platz 37 der Schweizer Charts. Und flog nach einer Woche wieder raus.

DRAGQUEEN: Selten sorgte ein(e) Teilnehmer(in) bereits im Vorfeld für so viel Aufsehen wie 2014 Österreichs Conchita Wurst («Rise Like A Phoenix»). Eine Dragqueen mit Vollbart scheint für viele Menschen eine Überforderung zu sein, wie zahlreiche Anfeindungen im Internet zeigen. Dabei will Conchita doch gerade zeigen, dass es «wurst» sein sollte, wer wie aussieht und woher kommt. Nur der Mensch zählt. Und die Stimme der Schweizer LGBT-Community ist ihr sicher.

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ELAIZA: Zum Anfeuern am Bildschirm die Aussprache bitte genau einüben: Man spricht den Namen dieser Gruppe lautmalerisch «E-LA-ISA» aus, nicht «ELEISER» und auch nicht «E-LA-ITZA».

F wie (gay) Fans. (Bild: Dennis Stachel, EBU)
F wie (gay) Fans. (Bild: Dennis Stachel, EBU)
FANS: Hardcore-Anhänger reisen zu jedem Eurovision Song Contest. Die Fanclubs und ihre Mitglieder bringen mit Fahnen und viel Begeisterung die Hallen zum Toben. Der Anteil Schwuler liegt wohl unter ESC-Fans höher als in der Gesamtbevölkerung. Warum eigentlich?

GAMMEL DANSK:
Wörtlich übersetzt «alter Dänischer» – meint aber keinen hochbetagten Dänen, sondern einen hochprozentigen Magenbitter. Als Mitbringsel oder zur Verdauung von zuviel Zimtschnecken, Pølser – dänischen Hotdogs – und Smørrebrød geeignet. Darf am ESC-Abend nicht fehlen!

HAVFRUE, DEN LILLE: Auf Deutsch die kleine Meerjungfrau, das Wahrzeichen Kopenhagens. Hat im Laufe der Jahre schon einiges mitgemacht, allein zweimal wurde ihr der Kopf abgesägt. Die Märchengestalt von Hans Christian Andersen sitzt am Ufer gegenüber der ESC-Hallen auf einem Stein und ist viel kleiner, als man denkt – so klein, dass man sie vor lauter Touristen nicht immer gleich sieht.

IRLAND: das erfolgreichste Teilnehmerland des Eurovision Song Contest. Sieben Siege hat Irland auf dem Konto: 1970, 1980, 1987, 1992, 1993, 1994 und 1996. Zweimal davon gewann Johnny Logan – 1980 mit «What’s Another Year» und 1987 mit «Hold Me Now».

JÜRGENS, UDO:
Bislang einziger Sieger für Österreich. Jürgens vertrat seine Heimat von 1964 bis 1966. Im Jahr 1966 gewann er den Wettbewerb mit «Merci Chérie». Seitdem ist Jürgens, der inzwischen in Zürich lebt, ein «Weltstar» im deutschsprachigen Raum.

K wie Klüngeln unter osteuropäischen Ländern. Definition nach Duden: sich zu einer ganz auf die Vorteile ihrer Mitglieder eingestellten Interessengruppe zusammenschliessen. (Bild: Nick Druzyakin)
K wie Klüngeln. Definition nach Duden: sich zu einer ganz auf die Vorteile ihrer Mitglieder eingestellten Interessengruppe zusammenschliessen. (Bild: Nick Druzyakin)
KLÜNGELN: Die Wahrnehmung, dass sich Nachbarländer oder die angeblich solidarischen Osteuropäer Punkte zuschanzen, ist kaum totzukriegen.

LENA:
Lena Meyer-Landrut ist vielleicht der erfolgreichste deutsche Musikexport mit Doppelnamen seit Felix Mendelssohn Bartholdy. Dank der Hannoveranerin holte Deutschland im Jahr 2010 nach 28 Jahren wieder die ESC-Krone. Nach ihrem Triumph in Oslo mit «Satellite» trat sie im Jahr darauf in Düsseldorf erneut an und wurde Zehnte.

MALMÖ:
Der ESC-Austragungsort 2013 liegt nur rund 40 Kilometer vom diesjährigen Gastgeber entfernt. Brücke und Tunnel überwinden die Öresund-Meerenge und verbinden so das schwedische Malmö und das dänische Kopenhagen.

NICOLE:
Unvergessen Nicoles Auftritt mit ihrer weissen Gitarre: Mit «Ein bisschen Frieden» landete die junge Sängerin im britischen Harrogate 1982 auf Platz eins – es war der erste Sieg Deutschlands beim Grand Prix. 1983 ging die Show dann in München über die Bühne.

OLSEN BROTHERS:
Die Brødrene Olsen sind die zwei dänischen Geschwister Jørgen und Noller, die im Jahr 2000 mit «Fly On The Wings Of Love» den ESC gewannen. Neben Emmelie de Forest («Only Teardrops») im vergangenen Jahr gab es noch 1963 dänische Grand-Prix-Sieger: Grethe & Jörgen Ingmann mit «Dansevise».

PYROTECHNIK: Pyrotechnik gehört wie die Wind- oder die Nebelmaschine zum ESC. Bei manchen Auftritten glitzert, kracht und «brennt» es, was das Zeug hält.

Q wie Quatschtitel Ding Dong von Dana International (Israel).
Q wie Quatschtitel «Ding Dong» von Dana International (Israel) vom ESC 2011.
QUATSCHTITEL: Zum Beispiel «Lalala» 1968 als Siegertitel für Spanien, 1969 «Boom-Bang-A-Bang» aus Grossbritannien, 1975 «Ding-A-Dong» aus den Niederlanden, 1984 «Diggi-Loo, Diggy-Ley» aus Schweden.

RAAB, STEFAN:
Das kreative Aushängeschild von ProSieben war mehrfach erfolgreich für den Song Contest im Einsatz. Mit dem Spasssong «Wadde hadde dudde da?» schaffte Raab es als Sänger im Jahr 2000 auf den fünften Platz. Er war Mentor von Lena und Max Mutzke und komponierte auch Guildo Horns Grand-Prix-Beitrag «Guildo hat euch lieb».

SIEGEL, RALPH:
Er ist der Mr. Grand Prix: Mehr als 20 Mal nahm der Komponist und Produzent am Song Contest teil. Mit Nicole und «Ein bisschen Frieden» errang er den ersten Sieg für Deutschland. In diesem Jahr geht er zum dritten Mal hintereinander mit Valentina Monetta für San Marino an den Start.

TWELVE POINTS: «Switzerland, twelve points», «La Suisse, douze points». Eine bleibende Illusion für uns Schweizer? Einzig in 1956 und 1988 gewannen wir den ESC. Die Punktevergabe entscheidet nicht nur über Sieg und Niederlage, sondern gehört auch zu den Kult-Elementen des ESC. Um das Prozedere angesichts der vielen Teilnehmerländer zu straffen, werden im Finale mittlerweile nur noch die höheren Punkte-Kategorien live vorgetragen.

URBAN, PETER:
Die deutsche Stimme des Eurovision Song Contest. Der NDR-Journalist kommentiert seit vielen Jahren unterhaltsam und sachverständig den Wettbewerb im deutschen Fernsehen. Eine Kostprobe: «Haben Sie es gehört, er singt da tatsächlich: „Ich trage heute zwei Schuhe, der eine heisst Liebe, der andere Schmerz.“ Das tut weh!», kommentierte der ESC-Experte etwa den Auftritt eines Kandidaten in Malmö.

VORENTSCHEID: In Deutschland brachte eine Castingshow Lena 2010 («Unser Star für Oslo») eine ESC-Gewinnerin hervor, aber auch Verlierer wie die No Angels, die 2008 ganz weit hinten landeten, oder Sängerin Gracia, die 2005 mit nur vier Punkten Letzte wurde. In der Schweiz wird der oder die RepräsentantIn in Entscheidungsshows des SRFs bestimmt. Quoten sollen garantieren, dass Kandidaten auch aus der Romandie und dem Tessin eine Chance haben.

WINDMASCHINE: Scheint bei vielen Auftritten nicht fehlen zu dürfen. Da fliegen die Haare der Sängerinnen und die Fetzen am Leib. Dramatisiert den Auftritt und gibt manchem schwachen Liedchen die fehlende Power – wenigstens visuell.

XANADU: Die Gruppe wurde 1989 beim deutschen Vorentscheid mit «Einen Traum für diese Welt» Zweite. Ein Jahr später versuchte sie ihr Glück mit «Paloma Blue» – wieder gab es den zweiten Platz.

Y wie Mariya Yaremchuk. Trotz instabiler Lage ist die Ukraine beim ESC dabei. (Bild: Sergey Illin)
Y wie Mariya Yaremchuk. Trotz instabiler Lage ist die Ukraine beim ESC dabei. (Bild: Sergey Illin)

YAREMCHUK, MARIYA:
Die Sängerin steht in diesem Jahr für die Ukraine auf der ESC-Bühne. Ihr Land steht derzeit wegen der innenpolitisch extrem instabilen Lage im Fokus der Weltpolitik. Politisch ist der Popsong «Tick-Tock» nicht. Ohnehin sind politische Äusserungen beim ESC untersagt.

ZUSCHAUER:
Den Grand Prix vor dem Fernseher zu verfolgen, ist nach wie vor eine liebgewonnene Tradition. Ob mit oder ohne Käseigel. Schätzungsweise 125 Millionen Menschen schauen nach Angaben der Veranstalter jedes Jahr beim Finale des Eurovision Song Contest zu.

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