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Brunei führt Scharia-Strafrecht ein

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Die Sultan Omar Ali Saifuddin Moschee in Brunei. (© Jim Trodel, CC BY-SA 2.0)
Die Sultan Omar Ali Saifuddin Moschee in Brunei. (© Jim Trodel, CC BY-SA 2.0)
(dpa) – Im südostasiatischen Sultanat Brunei gilt seit heute, 1. Mai, das islamische Scharia-Strafrecht. Es sieht auch Strafen wie Auspeitschen, Amputationen sowie Steinigungen vor und wird von Menschenrechtlern scharf kritisiert. Sultan Hassanal Bolkiah verteidigte die Einführung.

«Einige Theorien behaupten, dass Allahs Gesetz grausam und ungerecht sei, aber es ist Allah selbst, der verkündet, dass sein Gesetz gerecht ist», zitierte die «Brunei Times» am Donnerstag den Monarchen. Er sprach von einer Wiederbelebung islamischer Gesetze,die in dem Sultanat schon vor Jahrhunderten angewendet wurden.

Todesstrafe durch Steinigung für Homosexuelle Handlungen und Ehebruch
Nach den Berichten soll die Scharia in dem ölreichen Sultanat im Nordwesten der Insel Borneo über drei Jahre in drei Phasen eingeführt werden: Zunächst sollen allgemeine Vergehen mit Haft oder Geldbussen belegt werden. Dazu zählen zum Beispiel die Missachtung des Fastenmonats Ramadan oder das Fehlen beim Freitagsgebet.

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In der zweiten Phase kämen körperliche Strafen wie Auspeitschen oder das Amputieren von Gliedmassen für Vergehen wie Diebstahl hinzu und in der dritten Phase die Todesstrafe durch Steinigung. Diese solle unter anderem für Ehebruch und homosexuelle Handlungen verhängt werden.

Bislang wurden Scharia-Grundsätze in Brunei nur im Familienrecht angewendet, etwa bei Eheschliessungen. Zwei Drittel der Einwohner Bruneis sind Muslime, aber es gibt auch bedeutende buddhistische und christliche Gemeinschaften. Sultan Bolkiah herrscht seit 1967 über seine 420 000 Untertanen. Er gilt als einer der reichsten Männer der Welt.

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