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Oberstes Gericht in Indien verteidigt Kriminalisierung von Homosexualität

Der Oberste Gerichtshof in Indien hat diverse Minister kritisiert, weil sie sich gegen seinen Entscheid ausgesprochen hatten, die Homosexualität in Indien wieder zu kriminalisieren.

Seit dem 11. Dezember sind homosexuelle Akte in Indien wieder strafbar. (Bild:  Kirti Poddar)
Seit dem 11. Dezember sind homosexuelle Akte in Indien wieder strafbar. (Bild:
Kirti Poddar)
Am 11. Dezember hatte der Oberste Gerichtshof in Delhi entschieden, ein 153-jähriges Gesetz aus der Kolonialzeit wieder einzuführen, das homosexuelle Akte strafbar macht. Erst 2009 hatte er dieses wegen Verfassungswidrigkeit ausser Kraft gesetzt.

«Zurück ins Jahr 1860»

Darauf liess der Finanzminister Chidambaram verlauten, der Entscheid vom 11. Dezember werfe Indien «zurück ins Jahr 1860». Justizminister Sibal verkündete: «Dieses altertümliche Gesetz muss geändert werden. Millionen von Menschen sind betroffen und diese sollten nicht Artikel 377 ausgesetzt werden.»

Gemäss Artikel 377 im indischen Strafgesetzbuch ist «Sex gegen dem Willen der Natur» – interpretiert als homosexuelle Akte – mit bis zu zehn Jahren Gefängnis strafbar. Anklagen sind gemäss der Newsplattform PinkNews momentan noch selten.

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Petition forderte Sanktionen gegen Minister
In einem Statment, veröffentlicht am Freitag, 4. Januar, liess der Oberste Gerichtshof verlauten, dass die Aussagen der Minister inakzeptabel wären. «Auch wenn sie das Recht haben, unsere Urteile zu kritisieren, müssen Personen, die ranghohe Positionen in der Politik geniessen, ihrer Verantwortung bewusst werden.»

Eine Petition hatte den Obersten Gerichtshof dazu aufgefordert, gegen die Minister rechtlich vorzugehen. Der Oberste Gerichtshof bestätigte aber, dass sie die Sache nicht weiter verfolgen werden.

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Das Urteil des Obersten Gerichtshofs vom 11. Dezember schockierte viele LGBT-Aktivisten auf der ganzen Welt. Unter dem Motto «#GayForADay» protestierten viele Inderinnen und Inder auf sozialen Medien, in dem sie einen gleichgeschlechtlichen Menschen küssten und davon ein Selfie posteten. Das neue Gerichtsurteil macht Indien zum 42. Commonwealth-Staat, in dem homosexuelle Akte illegal sind.

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Reto vom Cranberry unterwegs in Tampa Bay