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Frankreich: Senat öffnet die Ehe

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Kurz vor Mitternacht am 9. April stimmte der französische Senat der Ehe-Öffnung für Homosexuelle mit 179 zu 157 Stimmen zu. Die Senatoren der sozialistischen Regierungspartei stellten sich geschlossen hinter den ersten Artikel des Gesetzespakets von Ministerpräsident François Hollande. Fünd Senatoren der rechtskonservativen UMP kehrten ihrer Partei den Rücken zu und unterstützten die Ehe-Öffnung.

Gemäss der französischen Nachrichtenagentur AFP muss der Senat noch das gesamte Gesetzespaket absegnen, wie auch ein weiterer Artikel, der die Adoption von gleichgeschlechtlichen Paaren regelt. Ein definitiver Entscheid wird morgen Donnerstag oder Freitag erwartet.

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«Es ist ein Sieg für Toleranz und Demokratie im Kampf gegen Homophobie», sagte François Rebsaen, Fraktionschef der Sozialistischen Partei. Die deutliche Mehrheit ist das Resultat einer zehnstündigen hitzigen Debatte, worin die UMP-Abgeordneten ihre scharfe Ablehnung der Homo-Ehe zum Ausdruck brachten.

«Die Ehe ist ein Bündnis zwischen Mann und Frau mit dem grundlegenden Ziel der Fortpflanzung. Zwei Männer oder zwei Frauen werden niemals Kinder bekommen können», sagte Charles Revet, Senator der UMP.

Die sozialistische Regierung Hollandes segnete die Homo-Ehe letzten November ab. Das Gesetz kam danach zur Nationalversammlung (Assemblée nationale), wo es mit 329 zu 229 Stimmen durchgewunken wurde – eine Mehrheit von 100 Stimmen. Im März protestierten rund 300’000 Menschen, darunter Familien mit Kindern, gegen die Öffnung der Ehe (die Mannschaft berichtete). Die Demonstration spitzte sich zu als Tränengas eingesetzt wurde und Polizisten die Champs Elysées abriegelten. Gemäss den Gegnern der Homo-Ehe wird am 26. Mai eine weitere Massendemonstration stattfinden, sollte das Gesetztespaket verabschiedet werden.

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